Ratgeber für Österreich
Katastralmappe und Grundstücksverzeichnis richtig lesen
Die Katastermappe zeigt Grenzen, Nummern und Nutzungsflächen. Das Grundstücksverzeichnis ergänzt Fläche und Benützungsart.
Die Digitale Katastralmappe (DKM) zeigt die Lage und Nummern von Grundstücken, Grundstücksgrenzen und Nutzungsgrenzen. Das Grundstücksverzeichnis ergänzt diese Karte um Angaben wie Grundstücksnummer, Flächenausmaß und Benützungsart. Beides hilft, eine Parzelle eindeutig zu finden. Die Darstellung sagt aber nicht automatisch, was laut Raumordnung gebaut werden darf.
Kurz gesagt
- Suchen Sie mit Katastralgemeinde und Grundstücksnummer.
- Vergleichen Sie Grundstücksnummer und Fläche mit den Unterlagen zum Kauf.
- Benützungsart beschreibt Kataster-Nutzung, nicht die planungsrechtliche Widmung.
- Prüfen Sie, ob die Grenzen im Grenzkataster rechtsverbindlich festgelegt sind.
Karte und Verzeichnis zusammendenken
Das BEV beschreibt die DKM als grafischen Katasterbestand mit Grenzen, Grundstücksnummern, Nutzungsgrenzen und weiteren Zeichen. Das Grundstücksverzeichnis enthält unter anderem die Nutzungsarten und Flächenangaben. Das BEV-Katasterservice ermöglicht eine kostenlose Suche nach Adresse, Katastralgemeinde, Grundstücksnummer oder Einlagezahl. Eigentümerdaten werden dort aus Datenschutzgründen nicht angezeigt.
Suchen Sie das Grundstück und prüfen Sie, ob die Nummer in der Karte zum Kaufangebot passt. Eine Grundstücksnummer kann Punkte, Schrägstriche oder Buchstaben enthalten. Bei größeren Grundstücken können mehrere Nummern dazugehören. Notieren Sie die Katastralgemeinde dazu: dieselbe Nummer kann in verschiedenen Katastralgemeinden vorkommen.
Was „Benützungsart“ bedeutet
Im Verzeichnis können unterschiedliche Nutzungen und Nutzungsabschnitte stehen, etwa Baufläche, Garten, landwirtschaftlich genutzt oder Wald. Das ist eine Katasterangabe zur tatsächlichen oder dokumentierten Nutzung. Sie ersetzt nicht den Flächenwidmungsplan. Wenn dort eine Baufläche steht, prüfen Sie die Widmung zusätzlich bei der Gemeinde. Das BEV weist ausdrücklich auf diese Unterscheidung hin. BEV: Katastralmappe und Sachdaten
Grenzen und Flächen nicht überinterpretieren
Die Qualität von Grenzen und Flächenangaben hängt davon ab, ob das Grundstück im Grenzkataster oder Grundsteuerkataster liegt und wie die Vermessung zustande kam. Ein Maß aus der Bildschirmkarte ist keine Vermessung. Das BEV warnt davor, aus der stufenlosen Darstellung am Bildschirm auf eine entsprechende Genauigkeit zu schließen. Bei einer baulichen Planung oder einem Grenzstreit brauchen Sie einen aktuellen Katasterauszug und gegebenenfalls eine befugte Vermessungsfachperson.
Quellen
- Katastralmappe und Sachdaten digital, BEV, abgerufen am 25.09.2026.
- Grundstücksverzeichnis, BEV, abgerufen am 25.09.2026.
- Katasterservice, BEV, abgerufen am 25.09.2026.